Warum es keinen Pauschalpreis gibt
Ein Relaunch ist kein Produkt mit festem Lieferumfang, sondern ein Projekt mit sehr unterschiedlichen Ausgangslagen. Zwei Unternehmen mit jeweils zwölf Unterseiten können einen Aufwand haben, der sich um ein Vielfaches unterscheidet — weil im einen Fall Texte, Bilder und Strukturen vorliegen und im anderen Fall alles neu erarbeitet werden muss.
Seriös lässt sich ein Preis deshalb erst nennen, wenn der Umfang feststeht. Wer ohne Gespräch eine feste Zahl nennt, kalkuliert entweder großzügig nach oben oder grenzt den Leistungsumfang später eng ein. Beides führt im Projekt zu Diskussionen, die vermeidbar sind.
Sinnvoller ist es, die Kostentreiber zu verstehen. Dann können Sie entscheiden, welche Leistungen Sie einkaufen, welche Sie selbst übernehmen und welche Sie bewusst auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
Die wichtigsten Preisfaktoren
Der Aufwand eines Relaunches verteilt sich auf wenige, gut benennbare Bereiche. Je klarer diese vor Projektbeginn beschrieben sind, desto belastbarer ist das Angebot.
- Umfang der Seitenstruktur: Wie viele eigenständige Themen, Leistungs- und Zielgruppenseiten braucht die Website wirklich?
- Inhaltsarbeit: Werden vorhandene Texte übernommen, überarbeitet oder neu geschrieben? Redaktion ist in vielen Projekten der größte Einzelposten.
- Bildmaterial: Liegen eigene Fotos vor oder müssen Aufnahmen organisiert und aufbereitet werden?
- Gestaltungstiefe: Ein eigenständiges Design mit individuellen Seitentypen bedeutet mehr Aufwand als ein reduzierter, einheitlicher Aufbau.
- Funktionen: Formulare, Filter, Downloadbereiche, Mehrsprachigkeit oder Schnittstellen zu bestehenden Systemen erhöhen Umsetzung und Test.
- Technischer Zustand der alten Website: Gewachsene Strukturen, doppelte Adressen und Altlasten erzeugen zusätzliche Arbeit beim Umzug.
- SEO-Tiefe: Von der sauberen technischen Grundlage bis zur vollständigen Keyword- und Strukturarbeit ist die Spanne groß.
- Betreuung nach dem Start: Pflege, Aktualisierungen und Weiterentwicklung werden häufig separat vereinbart.
Einmalige Kosten und laufende Kosten trennen
Im Angebot sollten zwei Blöcke klar getrennt sein: die einmalige Projektleistung und die laufenden Kosten für den Betrieb. Zum Betrieb gehören in der Regel Hosting, Domain, technische Aktualisierungen und — falls gewünscht — laufende inhaltliche Betreuung oder Suchmaschinenoptimierung.
Diese Trennung hilft bei der Planung, weil die laufenden Posten über Jahre wirken. Eine günstige Erstellung mit hohen Folgekosten kann in der Gesamtbetrachtung teurer sein als ein solide kalkuliertes Projekt mit schlanker Wartung.
Checkliste: Was gehört zu einem Relaunch
Diese Liste hilft beim Vergleich von Angeboten. Fehlt ein Punkt, ist er nicht automatisch unnötig — er wird später nur oft zusätzlich berechnet.
- Bestandsaufnahme aller vorhandenen Adressen, Inhalte und Zugriffe
- Ziele und gewünschte Handlungen der neuen Website
- Seitenstruktur mit eindeutigen Themen je Seite
- Redaktionsplan: Welche Texte werden übernommen, überarbeitet, neu erstellt
- Gestaltung der zentralen Seitentypen für Desktop und Smartphone
- Technische Umsetzung inklusive Formularen und Barrierefreiheit im Rahmen des Möglichen
- Weiterleitungsliste von jeder alten auf die passende neue Adresse
- Technische SEO-Grundlagen: Titel, Beschreibungen, Canonicals, Sitemap, robots.txt
- Datenschutz: Einwilligungen und Hinweise passend zu den tatsächlich eingesetzten Diensten
- Test vor dem Start: Formulare, Links, Darstellung, Ladezeit
- Übergabe, Einweisung und Zuständigkeiten nach dem Launch
- Kontrolle der Indexierung und Fehlerseiten in den ersten Wochen
Worauf Sie beim Angebot achten sollten
Vergleichbar werden Angebote erst, wenn der Leistungsumfang beschrieben ist. Achten Sie darauf, ob Redaktion, Bildbearbeitung, Weiterleitungen und Tests enthalten sind oder als Zusatz geführt werden. Gerade die Weiterleitungen werden häufig übersehen und sind der häufigste Grund für Sichtbarkeitsverluste nach einem Relaunch.
Fragen Sie außerdem nach den Nutzungsrechten, nach dem eingesetzten System und danach, wer Inhalte nach dem Start pflegen kann. Eine Website, die nur von der Agentur änderbar ist, verursacht dauerhaft Kosten für Kleinigkeiten.
Sinnvoll ist auch die Frage nach dem Vorgehen bei Mehraufwand. Wenn im Projekt zusätzliche Inhalte entstehen, sollte vorher feststehen, wie das bewertet und freigegeben wird.
Wo sich Sparen lohnt — und wo nicht
Sparen lässt sich sinnvoll beim Umfang: Eine kleinere, klar gegliederte Website mit wenigen starken Seiten wirkt häufig besser als ein großer Auftritt mit dünnen Inhalten. Auch eigene Texte und eigenes Bildmaterial senken den Aufwand, wenn sie tatsächlich verwendbar sind.
Nicht sparen sollten Sie an der Struktur, an den Weiterleitungen und an der technischen Grundlage. Diese Punkte lassen sich später nur mit deutlich höherem Aufwand nachholen, weil sie den gesamten Aufbau betreffen.
Wie wir ein Angebot erstellen
Wir klären zuerst Ausgangslage, Ziele und Umfang. Danach erhalten Sie ein Angebot, das sich auf Ihr Projekt bezieht und benennt, welche Leistungen enthalten sind und welche optional bleiben. Wie wir dabei vorgehen, welche Schritte ein Projekt umfasst und was in einer Website-Erstellung enthalten ist, lesen Sie auf unserer Seite zum Webdesign.
Wenn Sie den Umzug ohne Sichtbarkeitsverlust planen möchten, finden Sie die technischen Schritte im Beitrag zum Website-Relaunch. Für die laufende Auffindbarkeit nach dem Start ist die Suchmaschinenoptimierung der nächste Baustein.
